Allgemein, Liebe

Ewig dein, ewig mein, ewig uns – bis das der Tod euch scheidet!

Mit Anfang 20 fängt man an, sich langsam über die Zukunft Gedanken zu machen. Führt man eine Beziehung, welche sehr gut läuft und man einen potentiellen und heiratswürdigen Gefährten gefunden hat, überlegt man den nächsten Schritt zu gehen. Natürlich sollte man bereits einige Jahre zusammen sein um den nächsten Schritt zu wagen, doch wie ich schon öfters mitbekommen habe, sind die Meinungen zum Thema Heirat so ziemlich verschieden.

Ich frage mich ja, wieso sollte man eigentlich heiraten? Braucht man es unbedingt schwarz auf weiß, dass man nun verheiratet ist? Was ist, wenn man nach Jahren einer geführten Ehe doch lieber frei sein möchte (vor allem, wenn man zu jung geheiratet hat)? Nichts hält für die Ewigkeit – auch eine Heirat nicht.

„Die Anzahl der Ehescheidungen in Deutschland belief sich 2014 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 166.199. Auch wenn die Scheidungsrate im Vergleich zu 2013 wieder leicht zurückgegangen ist, hat sie sich in den letzten 50 Jahren vergleichsweise stark erhöht. In den 1950-er Jahren kam auf durchschnittlich rund 12 Eheschließungen eine Scheidung.“ (Quelle: www.statista.com)

Natürlich mag es für sehr viele Paare ein sicheres Gefühl sein, wenn man verheiratet ist. Somit ist man schwarz auf weiß miteinander verbunden und das bis ans Lebensende. Doch genauso für viele ist dieser Gedanke ein Graus, zu wissen, dass man nur noch mit dieser Person sein Leben verbringen wird.

Meiner Meinung nach, muss man heutzutage nicht unbedingt heiraten. Zumindest muss ich nicht heiraten. Zum einen fehlt mir der passende Mann dafür, dann wäre ich gerne erst ein paar Jährchen mit ihm zusammen und dann dieses ganze Trara wegen der Hochzeit. Ein passendes Kleid für die Dame, genauso wie der passende Anzug für den Mann (wobei ich hier behaupten würde, dass es der Mann definitiv einfacher hat) finden, eine Location für das gewünschte Datum finden, was bietet man den Gästen für ein Programm, wo soll die Hochzeitsreise hingehen und vielleicht für einige die wichtigste Frage überhaupt: Wer zahlt das ganze?! All diese ganzen Überlegungen müssen umgesetzt werden und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es eine menge Arbeit.

Klar, es gibt Menschen, den macht es Spaß all das zu planen, sonst gäbe es z.B. auch nicht die ganzen Hochzeitsplaner nicht. Aber auch, wenn man keinen Hochzeitsplaner ist und man als Paar alles selbst plant mit der Familie und den Freunden kann es einem Spaß machen.

Als eine Freundin von mir geheiratet hat und man sie fragte, warum sie denn heiraten (und ich finde, wenn man nach ca. 1 Jahr Beziehung direkt zusammen zieht, nach 2 Jahren heiratet – finde ich, ist es schon was früh. Zumal er ca. 25 Jahre alt war und sie ca. 23 Jahre.), meinten sie tatsächlich wegen der Steuer… Wenn man das vielleicht scherzhaft sagt, okay, aber die beiden meinten es eher ernsthaft. Natürlich wird auch da die Liebe eine Rolle gespielt haben, aber na ja, ich finde es affig, den Steuervorteil als Grund zu nennen. Die beiden haben aber auch schon vor ein paar Jahren geheiratet, wo die Generation noch nicht so ganz beziehungsunfähig war.

Für mich persönlich gäbe es natürlich auch ein paar Vorteile warum man heiraten sollte. In meinem Fall zum Beispiel wenn mir etwas passiert und ich ins Krankenhaus müsste. Soweit ich weiß, darf bloß die Familie und der Ehemann erfahren was mit mir passiert ist und wie es mit mir weiter gehen wird. Wenn es also bloß ein Lebensgefährte oder fester Freund ist (Lebensgefährte hört sich so alt an 😀 ), dürfen solche Informationen von den Ärzten nicht weiter gegeben werden. Doch aus solchen Gründen heiraten? Wegen der Steuern heirate ich niemanden. Und da bekanntlich NICHTS ewig hält, gibt mir eine Heirat auch nicht die Sicherheit, dass einer von beiden fremd geht oder ähnliches. Und wie gesagt, auf diese ganzen Vorbereitungen hätte ich echt nicht so die Lust. Aber nun ja, mir fehlt auch ehrlich gesagt der passende Mann zum heiraten. 😀

Und sollte es zum Beispiel doch zu einer Trennung kommen, muss ja auch das ganze Hab und Gut aufgeteilt werden, Rechtsanwälte müssen eingeschaltet werden und es kommen wieder Unmengen an Kosten auf. Meistens ist zwar der Mann im Nachteil, aber trotzdem. Soweit muss man es doch eigentlich erst nicht kommen lassen, oder?

Vielleicht würde ich darüber anders denken, wenn ich den passenden Mann gefunden hätte und mit ihm bereits einige Jahre zusammen wäre. Doch es ist leider nicht so einfach und manchmal denke ich mir, ist man als Single besser dran.

Wie denken meine Leser über das Thema. Wollt ihr gerne mal heiraten, habt ihr dazu bereits den passenden Partner gefunden? Ist eine kirchliche Hochzeit mit drin oder lieber nur standesamtlich? Oder denkt ihr wie ich, dass eine Hochzeit heutzutage nicht mehr notwendig ist oder seid ihr vielleicht sogar der Meinung, gerade weil diese Generation eher beziehungsunfähig ist, ist eine Hochzeit notwendig, dass man sich vielleicht noch mehr verbunden fühlt?! Ich bin auf eure Meinungen gespannt! 🙂

Bis bald,
Eure Miss Lisbeth.

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: www.pixabay.com

You may also like...

4 Comments

  1. Meine Meinung kennst du ja bereits. Heiraten ja, aber in der Kirche nein. Ich finde die Idee zu heiraten durchaus schön, überlege aber, ob ich eine klassische Hochzeit feiern würde oder doch lieber eine Feier die einfach die Zusammengehörigkeit symbolisiert im engsten Familien- und Freundeskreis ohne Vertrag usw.

    Natürlich halten die wenigsten Ehen ewig. Aber dennoch bin ich in der Hinsicht ein wenig romantisch und denke mir, zumindest der Glaube an die ewigen Liebe sollte nicht völlig aussterben in unserer schnelllebigen Zeit.

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

    1. Liebe Kay,

      lieben Dank für deinen Kommentar! Ja, die Liebe sollte nicht aussterben, doch auch da hat man das Gefühl, dass die Liebe ausstirbt, weil viele sich nicht binden möchten
      oder nicht die Verantwortung für eine Beziehung übernehmen möchten. Finde ich sehr schade!

      Liebe Grüße

  2. Nun ja. Steuervorteile sind handfeste Argumente, sie töten die Liebe keineswegs. Wenn der Tod ein Paar scheidet, ist der überlebende Teil wesentlich besser abgesichert (oder ÜBERHAUPT erst abgesichert, zum Beispiel durch Witwen-/Witwerrente, hohen Erbschaftssteuerfreibetrag u.ä.), wenn das Paar verheiratet war. Fürs Krankenhaus lassen sich vorab Vollmachten erstellen, das ist nicht das Problem. Sind Kinder im Spiel, ist eine Ehe ebenfalls rechtlich von Vorteil. Die HochzeitsFEIER kann jedes Paar problemlos vermeiden, das dafür kein Geld ausgeben will. Eine Eheschließung ist nicht teuer, wer ohne Gottes Segen auskommt, kann sich mit einem einfachen Verwaltungsakt beim Standesamt begnügen, wer den Segen der Kirche möchte, bekommt den ebenfalls preiswert dazu. Ein Brautkleid und eine „Location“ (fürchterliches Wort!) sind ebenso wenig Geldfresser. Wer vor allem die schöne Feier haben will, kann das übrigens haben, OHNE zu heiraten. Wer eine möglichst einfache Trennung im Scheidungsfall haben möchte, kann einen Ehevertrag abschließen. Niemand ist gezwungen, die Zugewinngemeinschaft zu wählen. Warum ein Paar jahrelang „zusammen“ sein muss, bevor es zusammenzieht und dann womöglich noch einmal jahrelang, bevor es heiratet, erschließt sich mir auch nicht so recht. Es bietet jedenfalls keinerlei Garantie für eine funktionierende Ehe. Meine Eltern haben sich ein halbes Jahr gekannt, als sie einander heirateten. Vor 62 Jahren. Sie sind immer noch glücklich miteinander. Ich kannte meinen nachmaligen Ehemann noch kein Jahr, als wir zusammenzogen; die Ehe hat gedauert, bis der Tod meines Mannes sie geschieden hat und war ebenfalls sehr glücklich. Und ja, wir haben nach anfänglichem Zögern („das brauchen wir nicht, wir lieben uns auch so!“) vor allem aus steuerlichen und rechtlichen Gründen geheiratet, Gründe, die ich nicht zuletzt nach dem Tod meines Mannes außerordentlich zu schätzen gelernt habe. Eine Eheschließung hat nichts, aber auch schon gar nichts mit Romantik zu tun.

    1. Liebe Elke,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Natürlich muss nichts, aber kann. Ich weiß auch nicht so genau, ob man die damalige Zeit (vor über 60 Jahren oder sogar länger her) mit der heutigen Zeit vergleichen kann.
      Viele junge Leute schätzen die Werte nicht mehr, wie es mal war und man hört so viel schlimmes, was irgendwann in Beziehungen passiert. Früher wurde es auch anders geregelt. Meine Eltern haben auch früh geheiratet.
      Aber das war alles zu anderen Zeiten. Diejenigen in ungefähr meinem Alter wollen sich nicht unbedingt festlegen, sondern noch etwas im Leben erleben. Reisen usw. Familie gründen, nein danke.
      Das ist das, was ich so mitbekomme. Natürlich gibt es auch noch welche, die die Werte von früher schätzen und gerne verheiratet sind usw.

      Also WENN ich heiraten würde, dann würde ich ebenfalls kirchlich heiraten wollen – wenn schon denn schon. Aber das ist halt nicht für jedermann etwas. Heutzutage glauben auch nicht mehr so viele an Gott oder an den
      Segen der Kirche. Treten aus der Kirche aus, weil sie dafür die Steuern nicht zahlen möchten usw.

      Wieso findest du das Wort „Location“ schlimm? 😉

      Nein, die Eheschließung hat nichts mit Romantik zu tun, dass ist mir bewusst. Aber viele verbinden die Eheschließung dennoch mit Romantik. Hoffen auf einen möglichst kreativen und schönen Antrag des Mannes.
      AUsgefallen und vielleicht noch pompös zugleich sollte dieser noch am besten sein. Ich wiederum könnte auf sowas irgendwie gerne verzichten, auch wenn ich verstehen kann, dass eine Eheschließung für andere wiederum eine Art Sicherung ist. Aber jedem das seine! 🙂

      Liebe Grüße

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.