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Stirbt die Partnerschaft aus?

Stirbt die Partnerschaft aus? Ich habe das Gefühl, dass es immer mehr Singles gibt, welche sich auch nicht mehr wirklich binden können oder wollen. Und dies kann mehrere Gründe haben. Zum einen die Angst immer wieder verletzt zu werden und zum anderen die schlechten Erfahrungen aus vergangenen Beziehungen prägen einen auch.

Doch immer mehr hört man von diesen Freundschaft Plus Pseudobeziehungen, bei denen Freunde einfach bloß Sex miteinander haben oder intensiver kuscheln oder aber auch privat Pärchendinge unternehmen, aber sich öffentlich dann doch nicht als Paar outen.

Bei vielen Freundschaft Plus Pseudobeziehungen fehlen oftmals die Gefühle, doch ich frage mich dann auch, wie kann man diese Art eine „Beziehung“ führen? Wie kann man belanglosen Sex habe? Klar funktioniert das bei einigen, aber auch ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass meist einer von beiden früher oder später doch mehr empfindet als der andere.

Doch wieso werden eigentlich heutzutage solche Pseudobeziehungen einer richtigen echten Beziehung mit Gefühlen vorgezogen? Ist es wirklich so schwer geworden Job / Uni / Freunde / Familie und Beziehung unter einem Hut zu bringen? Wieso will man eher unabhängig sein und „frei“ sein? In jungen Jahren könnte ich es vielleicht sogar noch etwas verstehen, also so Anfang 20. Dennoch finde ich, sollten wir richtige Beziehungen nicht aussterben lassen. Was haben wir vom schnellen Spaß? Auf die Dauer weniger etwas. Außer gefühlte 1000 Sexpartner.

Unverbindlichkeit. Datingapps wie Tinder und Co. unterstützen diese Unverbindlichkeit. Passt es mit einer Person nicht mehr, wird Tinder installiert und entweder nach rechts oder links gewischt. Ein Wisch und dein nächster Match könnte da sein, d.h. dein nächster möglicher (Sex-)Partner. Wobei, ich wurde letztens bei Tinder ausgelacht, weil ich diese App doch für etwas ernstes genutzt habe. Und diese Begriffe wie „Fuckboy“ finde ich auch echt schlimm und viele feiern sich auch noch dafür ein so genannter „Fuckboy“ zu sein. Ich denke, das gibt es auch für den weiblichen Part. In der Jugendsprache wird es oftmals „Hoe“ erwähnt. Eine Abkürzung / Bezeichnung für Schlampe.

Ich frage mich nur, wollen solche unverbindlichen Singles eigentlich nie bei jemanden „ankommen“? Den richtigen Partner finden? Das eine richtige Beziehung Arbeit bedeutet, ist natürlich verständlich! Aber für beide Seiten. Ist das für die meisten Singles von heute wirklich zu viel? Zu viel Arbeit und Verantwortung?

Oder ist das aber auch vielleicht nur eine Art Trend – lieber unverbindlich bleiben und keine Beziehung führen wollen. Sich bloß nicht verlieben und Gefühle zeigen. Dabei kann ich es teilweise verstehen… Man möchte einfach nicht (mehr) verletzt werden. Aber ob es das wert ist und ewig Single bzw. unverbindlich zu bleiben oder doch lieber etwas riskieren?

Wie denkt ihr so darüber, meine lieben Leser?

Bis bald,
Eure Miss Lisbeth.

Fotoquelle: www.pixabay.com

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10 Comments

  1. Super Thema, aber die Argumentation finde ich etwas einseitig. Zu Deiner Frage, ja es wird immer mehr Singles geben. Warum? Weil Mann und Frau sich nicht mehr brauchen. Durch die Emanzipation haben sich die Rollen verschoben. Eine Frau braucht keinen Mann und ein Mann braucht keine Frau mehr. Ein Partner ist keine Notwendigkeit mehr, sondern eine Entscheidung.

    Dadurch, dass wir nicht mehr damit beschäftigt sind um unser Leben zu fürchten und Städte aufzubauen (Krieg) können wir uns viel mehr mit uns selber beschäftigen. SELBSTLIEBE und hat man sich erst einmal gefunden, dann kann man nichts mehr verlieren. Es fehlt einem nichts mehr im Leben. Es geht eher weniger darum, dass Leute sich nicht binden können, sondern viel mehr darum, dass sie sich nicht binden wollen.

    Jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Wir Frauen haben uns vor 200 Jahren angefangen zu emanzipieren. Es ist immer schlecht, wenn sich nur eine Spezies weiterentwickelt. Die Herren haben jetzt vor 30 Jahren damit angefangen, zum Glück geht eine zweite Entwicklung immer schneller als eine erste. Frauen haben einen besseren Zugang zu sich selbst. Je reflektierte man ist, desto weniger kann man mit den doch eher mental instabilen Herren über 30 anfangen. Meinungen meiner Leser.

    Wenn ich mir die vergebenen Paare in meinem Freundeskreis ansehe, bin ich froh nur ICH zu sein. Da hat sich keiner selbst gefunden und deswegen haben sie so viele Probleme, die ich nicht hätte. Und wenn man erst einmal den glücklichen, gelassenen Zustands eines Dalai Lama erreicht hat, will man den für ein wenig Testosteron im Leben nicht aufgeben. Vielleicht in 30 Jahren, wenn die Herren alle etwas weiter und reflektierter sind. Mein Mr. Right wäre wohl ein abenteuer- reiselustiger Psychologe 😉

    1. Liebe Julia,

      vielen Dank erst einmal für deinen Kommentar. 🙂 Ich habe hinterher auch gemerkt, dass der Beitrag ein wenig einseitig wurde. Vielleicht habe ich zu sehr aus der Sicht eines Beziehungsmenschens geschrieben und argumentiert. 😉

      Dabei kann ich z.B. derzeit sehr gut verstehen, warum manche Menschen lieber Single bleiben möchten. Zum einen hast du natürlich Recht mit der Emanzipation. Die Frau von heute braucht keinen Mann mehr, der für die Familie arbeiten geht und mit Geld versorgt. Die Frau kann das alles selbst. Vielleicht ist das ja etwas, was die Männer von heute ein wenig „kränkt“ und das auch ein Grund ist Single zu bleiben – sie fühlen sich nicht gebraucht. Und die Singlefrauen denken sich, wer braucht schon Männer?!

      Selbstliebe ist ein sehr sehr wichtiger Punkt auf jeden Fall. Als ich eher die schlechten Phasen meines Singlelebens hatte wurde mir auch oft der Begriff Selbstliebe genannt und ich denke, damit haben die Leute nicht so Unrecht. Denn wer mit sich selbst im Reinen ist und so wie das Leben gerade spielt, der ist glücklich und strahlt dies aus. Dadurch wirkt man dann anders auf seine Mitmenschen. Nobody´s perfect, klar. Es gibt eigentlich auch kein Perfektionismus in der Liebe oder überhaupt wo.

      Wenn ich mir die Beziehung einer sehr guten Freundin anschaue, bin ich manchmal echt sehr froh darüber Single zu sein. Es gibt glaube ich auch Paare, die wegen jedem bisschen diskutieren und streiten (müssen). Manche brauchen das sogar um die Beziehung aufrecht zu erhalten. Aber Diskussion und Streit bedeutet Stress, Stress für einen selbt und die Beziehung. Stress tut keinem so wirklich gut. Und bei dieser Freundin frage ich mich sehr oft, wie können die Gefühle für jemanden überwiegen obwohl die eigentlich so gut wie immer wieder streiten und sie sehr oft negativ über ihren Partner spricht. Und das ganze hält schon etwas über 5 Jahre… Aber für mich wäre ständiger Streit halt zu viel – eine Beziehung sollte halt harmonisch ablaufen in meinen Augen und man sollte sich gut ergänzen können.

      Bist du denn selbst auch abenteuer- und reiselustig? 😉

      Liebe Grüße
      Miss Lisbeth

      1. Ja und wie mittlerweile. Ich lauschte immer zu gerne den Männern, die die Welt entdeckten und war immer von jedem Abenteurer total verzaubert. Dann las ich ein Buch über verborgene Sehnsüchte. Das erklärte meinen Hang zum Abenteurer, denn eigentlich ging es immer nur um mich und meine verborgenen Sehnsüchte. Eigentlich wollte ich sein Leben, ich bekam früh ein Kind und konnte diese Rucksacktouren bisher nicht machen. Zudem dachte ich Balkonien würde reichen. Seitdem ich jetzt selber meine Flügel ausbreite und durch die Lüfte schwinge um ferne Länder und Städte für mich zu entdecken, finde ich Abenteurer immer noch toll, aber jetzt bin ich ja selbst eine und bin nicht mehr verzaubert von ihnen. Eher gucke ich mir eine neue Reiseroute bei denen ab, um das dann selbst zu erleben. Ich habe gerade einen Freund, der ein Jahr durch Nord- und Süd Amerika reist, bin fleißig am notieren, wo ich noch überall hin möchte. Ich ließ ihn damals gehen, damit er diese Reise machen kann, er wäre sonst hier geblieben. Beste Entscheidung meines Lebens, ich hätte es mir nie verziehen, wenn er auf diese Erfahrung in seinem Leben hätte verzichtet. Auch ein sehr großer Vorteil der Selbstliebe, wenn man weiß wie wichtig die eigenen Träume sind, dann schätzt man auch die der anderen und verzichtet auch auf die Liebe, damit der andere für diese Reise frei sein kann.

    2. Liebe Julia,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann dich da voll und ganz verstehen. Aber heißt es denn gleichzeitig (für dich), wenn man in einer Beziehung ist, dass man automatisch sich selbst nicht liebt bzw. keiner zu sich selbst gefunden hat?

      Und das mit der Emanzipation stimmt auch! Ein sehr gutes Argument. Teilweise finde ich es schade, dass wir nicht in der damaligen Zeit leben, dann wäre ich jetzt womöglich verheiratet. Aber anders gesehen bin ich auch wirklich froh Single zu sein, vor allem wenn ich manchmal so mitbekomme, was Freunde für Probleme in ihren Beziehungen haben…

      Ja, vielleicht mag mein Beitrag eher einseitig sein. Vielleicht habe ich zu viel meiner eigenen Meinung mit eingebracht. Aber es ist ja (leider) heutzutage so, dass man lieber unverbindlich bleiben möchte als sich auf eine andere Person einzulassen. Es ist ja auch eine Sache des Vertrauens, was auch nicht so einfach ist.

      Liebe Grüße

  2. Liebe Miss Lisbeth,

    ich gehöre auch zu den „bösen“ Singles.

    Viele Frauen meines Alters und noch mehr Frauen höheren Alters zählen dazu. Die meisten von uns hatten Partnerschaften, mehr oder weniger gute, mehr oder weniger lange, mehr oder weniger viele. Die meinige dauerte knapp 30 Jahre, dann endete sie wie jede andere glückliche Ehe auch – durch den Tod des Partners.

    Klar, du denkst eher an die Thirty-Something-Leute … an die Leute, die ihre biologische Uhr nicht ticken hören wollen, nicht wahrhaben wollen, wie wichtig stabile soziale Netze sind, die nicht „erwachsen“ im Sinn meiner Generation werden wollen. Die glauben, erwachsen zu sein bedeute, machen zu können, was man will (und nicht etwa, selbst zu wissen, was man muss). Soziologisch betrachtet steigt ihre Zahl tatsächlich, und das „Erwachsenwerden“-Alter wird von manchen Wissenschaftler/innen mit 35 Jahren angesetzt, während zugleich der Arbeitsmarkt die Menschen mit 40+ als „ältere Arbeitnehmer/innen“ einstuft.
    Ist alles nicht so einfach ;)!

    1. Liebe Eike,

      vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      also ich selbst gehöre ja mittlerweile auch zu den Ü30-Singles, auch wenn man es mir auf den ersten Blick nicht so ansieht. 😉 Werde auch immer für viel jünger geschätzt.

      Mein Beitrag galt dieser jüngeren Generation, nicht unbedingt der Ü30-Singles. Ich kann mir gut vorstellen, dass die heutige Jugend unabhängig bleiben möchte. Ich werde mich demnächst mehr mit dem Thema Beziehungen und Singles beschäftigen als ich es bisher getan habe. 😉 Viele möchten ihre Jugend genießen und das eigene Leben vielleicht erst einmal auf die Reihe bekommen. Ich meine, jemand wie du hat ja schon sicherlich vieles im Leben erreicht. Hast deine eigene Wohnung, hattest deinen Mann, evtl. Kinder und Enkelkinder, einen Job usw.

      Und mit den älteren Leuten meine ich so ab 40 und aufwärts. 😉

      Die Singles in meinem Altersbereich haben auch schon einige Beziehungen hinter sich vielleicht mit guten aber auch schlechten Erfahrungen. Und wie schon oben erwähnt, die Emanzipation macht es nicht unbedingt einfacher. Als Frau möchte man auch nicht unbedingt immer abhängig von einem Mann sein.

      Aber sollte man immer die biologische Uhr ticken hören? Ich glaube, bei manchen Singles, Paaren, wie auch immer, wäre es besser sie bleiben Kinderlos. Aber das ist ja auch wieder ein andres Thema. 😉 Es ist halt allgemein schwierig den passenden Partner zu finden und ich denke mal, früher war dies auch nicht unbedingt einfacher, oder?

      Liebe Grüße
      Miss Lisbeth

  3. Ein toller Beitrag, der genau das zeigt, was heute Trend zu sein scheint. Ich selbst bin seit 11 Jahren verheiratet und damals ging es schon los mit den Internet-Plattformen und den Dates, die mal eben für einen Abend waren. Ich bin froh, dass ich heute aus der Nummer raus bin und nicht mehr nach dem Deckel zu meinem Topf suchen muss. Ich sehe das bei Freunden, dass dies heute echt nicht einfach ist. Viele suchen einfach nichts festes mehr und das macht die Sache nicht leicht.

    Liebe Grüße und einen tollen Tag!

    Christine

    1. Liebe Christine,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Vor einigen Jahren hatte ich auch noch nich die Schwierigkeit einen Partner zu finden. Und jünger werden wir ja nun alle nicht.
      Ich selbst aber halte mich nicht mehr in diesen Datingapps auf, weil mir das einfach zu blöd geworden ist. Irgendwann taucht denke ich der Richtige auf und bleibt dann auch für den Rest des Lebens. 🙂

      Liebe Grüße und dir auch einen schönen Tag

  4. Ach meine Liebe, du sprichst mir aus der Seele.

    Ich finde es so schade, dass die Menschen ihren Kampfgeist verloren haben, eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Die Leute sind nicht mehr bereit Kompromisse einzugehen, an der Liebe zu arbeiten oder sein Gegenüber aufrichtig wertzuschätzen.

    Ich denke auch, dass Social Media und Co. einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben, da sie uns ständig Austauschbarkeit und Leistungsdruck (das Gefühl immer „perfekt sein zu müssen“) suggerieren… Aber das alleine kann nicht der Grund dafür sein, dass kaum noch Bereitschaft herrscht, sich nach einer ernsthaften Bindung umzusehen…

    Ich hoffe aber, dass langsam ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfindet, denn ständig den Partner zu wechseln oder immer nur alleine zu sein, kann auf Dauer doch auch nicht glücklich machen… denke ich zumindest.

    Toller Artikel, zu einem interessanten Thema. 🙂 Aber davon gibt es ja unendlich viele auf deinem Blog 😀 Ich werde jetzt langsam mal durchstöbern 😉

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcatssite.wordpress.com

  5. […] Auf dem Blog von Miss Lisbeth gibt es übrigens auch einen ganz tollen Beitrag zu einem ähnlichen Thema: Stirbt die Partnerschaft aus? – von Miss Lisbeth […]

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