Würdest du dich selbst daten?

Würdest du dich selbst daten?

Hast du dich schon einmal selbst gefragt, ob du dich selbst daten würdest? Also wenn du jetzt komplett jemand anders vom anderen Geschlecht wärest und du dich selbst kennenlernen würdest. Würdest du dich dann daten wollen?

Des Öfteren habe ich mich schon nach gescheiterten Beziehungen oder sogar auch bloß nach Dates (bei denen nicht mehr entstanden ist) gefragt, woran es liegen könnte, dass mich kein Mann wirklich näher kennen oder sogar lieben lernen möchte. Ich finde schon, dass man sich gegenüber selbst kritisch sein sollte, doch aber auch nicht zu kritisch mit sich ins Gericht gehen sollte.

Das die Welt oberflächlich geworden ist, haben wir alle bestimmt schon mitbekommen. Natürlich geht es nicht immer nur um das Äußere, doch es ist DAS was wir als erstes sehen und wahrnehmen. Wer behauptet, dass ihm der Charakter wichtiger sei, der lügt etwas. Klar, wir sollten nicht nur nach dem Äußeren handeln. Den Charakter lernt man aber erst mit der Zeit erst kennen, so handeln wir ALLE in erster Linie und gehen nach dem Äußeren.

Sich selbst zu beurteilen, wie man bei anderen oder vor allem beim anderen Geschlecht ankommt, ist nie einfach. Bisher hatte ich mehr das Gefühl, dass ich meistens eher als ein guter Kumpeltyp bei den Männern ankomme. Ich habe mich schon immer besser mit Jungs verstanden, als mit den Mädels. Ich würde jetzt auch nicht von mir selbst behaupten, dass ich wie eine typische Frau bin. Also vom Verhalten und auch von den Interessen her.

Genauso habe ich mich schon des Öfteren gefragt, ob vielleicht auch das Alter ein Verhängnis ist. Mir persönlich sieht man es zwar nicht an, dass ich bereits 32 Jahre alt bin, aber wenn ich jüngere Männer (ab Mitte 20) kennenlerne, sind diese für den ersten Moment kurz abgeschreckt. Andererseits ist das Alter bloß eine Zahl, die Chemie muss stimmen! Wenn diese nicht vorhanden ist, dann wird es auch mit einem gleichalten oder sogar älteren Mann nichts werden.

Doch mehrmals hatte ich auch das Gefühl, dass die Chemie stimmt, man verstand sich zumindest sehr gut und dann passte letztendlich doch etwas nicht! Meistens die Tatsache, dass ich im Verreisen aufgrund meiner Erkrankung eingeschränkt bin. Ich kann verstehen, dass egal wie alt man ist,  man viel von der Welt sehen möchte, aber möchte/muss man wirklich ALLES, oder so etwas wie Reisen, mit den Partner unbedingt  erleben? Muss man fast alles zusammen erleben oder unternehmen?

Ja, man sagt „gleich und gleich gesellt sich gerne“, genauso aber sagt man auch „Gegensätze ziehen sich an“. Und sind eigentlich nicht gerade Gegensätze für einen reizvoller?

Doch kommen wir zu meiner Frage, ob man sich selbst daten würde. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich mich glaube ich schon interessant finden – bitte seht mich jetzt nicht als oberflächlich an! Ich behaupte das auch nicht unbedingt aufgrund des Äußerlichen. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, mich kennenlernt, merkt man, was für ein interessanter Mensch ich bin und das ich verschiedene Facetten habe. Ich sage mir immer den Spruch „Nobody is perfect“ und so ist es ja auch. Ecken und Kanten sind doch eher was Feines als wenn diese nicht vorhanden wären!

Doch ich habe das Gefühl, dass die meisten sich auch nicht mehr die Zeit nehmen wollen jemanden so richtig kennenzulernen. Zeit ist hier auch ein wichtiger Punkt. Entweder nimmt das Studium oder auch die Arbeit sehr viel Zeit in Anspruch und wird teilweise somit zum Verhängnis um jemanden vernünftig kennenzulernen. Außerdem hat man ja auch noch sein eigenes Leben, seine Hobbys, Freunde und Familie. Vielen ist es sehr wichtig, dass sie weiterhin neben dem Dating dafür genügend Zeit finden.

Wie ist es bei euch? Würdet ihr euch gerne selbst kennenlernen wollen, wenn ihr vom anderen Geschlecht wäret? Was macht euch dies bzgl. aus?

Freue mich auf eure Antworten!

Bis bald,
Miss Lisbeth.

 

 

Bildquelle: www.pixabay.com

6 thoughts on “Würdest du dich selbst daten?

  1. Sehr interessanter Artikel, der mich zum nachdenken angeregt hat! Die Frage habe ich mir selbst noch nicht gestellt. Eine gesunde Selbstreflexion ist immer gut! Liebe Grüße Helin

    1. Liebe Helin!
      Vielen Dank für dein Kommentar. 🙂 Ja, ich habe darüber schon öfters mit einem Kumpel gesprochen und mir wird jetzt auch richtig bewusst, wie wichtig Selbstreflektion ist! Und das nicht nur im Bereich Liebe.
      Liebe Grüße

  2. Vor vielen, vielen Jahre, als ich „Dates“ für mich organisierte, die damals noch „Kennenlerntreffen“ hießen, weil „Rendezvous“ so nach 19. Jahrhundert klang, habe ich erstmal eine Liste der Eigenschaften erstellt, die ich an mir liebenswert und weniger liebenswert fand. Und ich habe mir eine weitere Liste erstellt mit Eigenschaften, die ich mir an meinem Partner wünschte sowie denen, die ich zu tolerieren bereit war. Das hat mich bei den Treffen selbstbewusster gemacht, einesteils, weil ich wusste, was ich bieten konnte und wollte und anderenteils, weil ich wusste, ab wann ich mich freuen konnte, wenn ein Treffen zu nichts weiter führte als zu einem mehr oder minder netten Abendessen zu zweit. Die Aktion war erfolgreich, führte zu einer inzwischen über 30jährigen Tochter und einer 26jährigen Ehe, die vor zwei Jahren durch den Tod meines Partners leider endete. Im Moment bin ich nicht auf der Suche, werde es vielleicht nie mehr sein, aber wenn ich meine Meinung je ändern sollte, würde ich wieder so vorgehen wie vor 32 Jahren.

    1. Lieber Eike!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Also ich finde, das Dating / Kennenlernen – nennen kann man wie man es will – ist allgemein schwierig geworden. Ich habe für einige Zeit die Datingapps sein gelassen und
      es auch ein wenig im realen Leben versucht. Aber auch im realen Leben ist es nicht einfacher geworden. Ich denke, dass liegt vllt auch an der Generation „Beziehungsunfähig“.

      Aber deine Methode scheint auch gut gewesen zu sein, hatte ja für dich geklappt, mein Beileid / Mitgefühl. Ich hoffe trotzdem, dass du irgendwann dich wieder verlieben kannst.
      Ich dekne, dass hätte dein Partner so gewollt! 🙂

      Ganz viele liebe Grüße

      1. Noch eine Ergänzung, zu deinem „Trost“: Dating/Kennenlernen war IMMER schwierig. Es gibt eine Anekdote, vielleicht kennst du sie, da sagt die Tochter zur Mutter: „Du hattest es leicht, du hast einfach den Papa geheiratet, aber wie soll ich denn irgendeinen Fremden kennenlernen?“ … Gehabte Schmerzen hat man gern.

  3. Danke für deine Antwort. Alleinleben hat allerdings auch seine Vorteile, daher bin ich aktuell wirklich nicht auf der Suche nach einem privaten Partner. Eher schon nach Geschäftspartner/inne/n. Aber auch dafür scheint mir meine Methode (für mich) anwendbar. 😊

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